Herodot 3,56: Polykrates als Falschmünzer? Zu neuen Münzfunden und Finanzmanipulationen im archaischen Ionien more |
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Sonderdruck aus:
Brüggemann – Meißner – Mileta – Pabst – Schmitt Studia hellenistica et historiographica
Thomas Brüggemann Burkhard Meißner Christian Mileta Angela Pabst Oliver Schmitt
Studia hellenistica et historiographica
Festschrift für Andreas Mehl
Computus druck satz & verlag 2010
Umschlaggestaltung Kollation aus P. Hal. I 3, dem Münzporträt des vergöttlichten Seleukos I. (Tetradrachme, Pergamon, philetairische Zeit), Umzeichnung nach F. Imhoof-Blumer, Die Münzen der Dynastie von Pergamon, Berlin 1884 (Abhandlungen der Königlichen Preußischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin 1884, Philos.-hist. Klasse, 3), 4 Nr. I 4 und Tafel 1 Nr. 4, und einer Umrisskarte des antiken Zypern. Design M. Krasnovskaja
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Alle Rechte vorbehalten, Computus druck satz & verlag, 2010. Satz: Computus druck satz & verlag, Hauptstr. 60, 55595 Gutenberg verlag, Herstellung: Strauss GmbH, Robert-Bosch-Str. 6-8, 69509 Mörlenbach Gedruckt auf säurefreiem, chlorfrei gebleichtem, alterungsbeständigem Papier ISBN: 978-3-940598-09-7
Inhalt
Zum Geleit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Tabula Gratulatoria .....................................................
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A. Hellenismus
Thomas Brüggemann Brüggemann Vom Machtanspruch zur Herrschaft. Prolegomena zu einer Studie über die Organisation königlicher Herrschaft im Seleukidenreich . . . . . . . . . . . Marius Gerhardt Gerhardt Bemerkungen zur Rezeption des Aristobulos von Kassandreia. Lukian und die Ἀλεξάνδρου Ἀνάβασις Arrians . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Arrians Michael Hillgruber Hillgruber Liebe, Weisheit und Verzicht. Zu Herkunft und Entwicklung der Geschichte von Antiochos und Stratonike . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Wolfgang Lupp e Luppe Ein Papyrus über hellenistische Herrscher – P.Oxy. 4809 . . . . . . . . . . . . . . . . . . Christian Mileta Milet a Überlegungen zur Datierung der Inschriften des Inschriftendossiers I. Pessinous 1–7 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Angela Pabst Pabst Identitätssuche. Wie römisch sind provinziale Geschichtsschreiber der Kaiserzeit? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
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Inhalt
B. Historiographie
Eve-Marie Becker Becker Religion and Historiography. Prophets and Prophecy in Josephus’ bellum Iudaicum 2,258–263 and the Gospel of Mark 6,14–16; 8,27–30 . . . . . . . Andreas E. Furtwängler Furtwängler Herodot 3,56: Polykrates als Falschmünzer? Zu neuen Münzfunden und Finanzmanipulationen im archaischen Ionien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Rainer Jakobi Jakobi Die Hieronymus-Vita des Marcellinus Comes (nebst einem Anhang zu den Gennadiana in der Chronik) . . . . . . . . . . . . . . . . Burkhard Meißner Meißner Περὶ ἱστορίας: Über Probleme antiker Geschichtstheorie . . . . . . . . . . . . . . . . . Domenico Musti Musti Un carattere fondamentale della storiografia polibiana: polibiana: apodeiktikè historía . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Eckart Olshausen Olshausen Strabons historischer Romexkurs – eine Interpretation
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Dieter Timpe Timp e Annäherungen an Sisenna . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
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C. Regionengeschichte mit Schwerpunkt Zypern
Bert Freyberger Freyberger Lokalgeschichtliche Perspektiven modernen Geschichtsunterrichts im Gymnasium am Beispiel des antiken Augsburg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Fotini Ntantalia Drakou Drakou Der Apostel Barnabas – seine Mission und sein Kloster auf Zypern . . . . . . . . Manfred Oppermann Oppermann Der Hermeskult auf dem Territorium der römischen Provinz Thracia . . . . . .
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Inhalt Oliver Schmitt Schmitt Die Eroberung Zyperns durch Richard Löwenherz: Resultat von Zufällen oder Ergebnis einer im Voraus geplanten Strategie? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
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D. Quaestiones Romanae et Graecae
Marcus Beck Beck Cato – schön, reich, königlich? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Clemens Koehn Koehn Die Vorstellung von Restauration und Expansion in der auswärtigen Politik Justinians . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Kurt A. Raaflaub Raaflaub Proto-Phalanx und Polis: der frühgriechische Massenkampf im interkulturellen Zusammenhang des östlichen Mittelmeerraumes . . . . . . . . . Charlotte Schuber t Schubert Die pseudopythagoreische Hippodamos-Schrift περὶ πολιτείας bei Stobaios und ihr Verhältnis zur hippodamischen πολιτεία bei Aristoteles . .
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373 373
E. Wissenschafts- und Rezeptionsgeschichte
Angela Bittner / Alexei Pantelee v Panteleev CentAnt.pu.ru – ein elektronisches Zentrum der Antiken Welt in Russland: Zur Entwicklung der wissenschaft lichen Kommunikation in der russischen Altertumswissenschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Stephan Lehmann Mit dem Rücken zur Geschichte? Bemerkungen zum Berliner Kolloquium »Posthumanistische Klassische Archäologie« des Jahres 1999 . . . . . . . . . . . . . . Isolde Stark Stark Die mißlungenen Berufungen von Richard Laqueur nach Halle und Berlin zwischen 1946 und 1948 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Stefan Weise Weis e Graeca recentiora – Jan Křesadlos homerische »Ode an Stalin« . . . . . . . . . . . .
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Andreas E. Furtwängler, Halle
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Dieser kurze Beitrag soll, lieber Andreas, an die angenehmen Abende, die wir gemeinsam in Didyma und Istanbul verbrachten, erinnern. Zwar stand das Altertum im Zentrum unserer Gespräche. Doch nie ließ sich die ägäische Gegenwart ganz ausblenden. Jeder, der im Rahmen der Europäischen Union die Finanzsituation des griechischen Staates in den letzten Jahren verfolgt hat, weiß um die Umstände, die zu einer erheblichen Minderung der griechischen Staatseinkünfte geführt haben: Einer davon heißt – salopp ausgedrückt – »Fakellaki«. Kein neues Problem, denn »in Griechenland war die Bestechung schon lange an der Tagesordnung, und ohne Bestechungsgeschenke tat kein Mensch mehr irgendetwas …«. Das schrieb bereits Polybios (18,34,7) im 2. Jh. v. Chr. und auch mit diesem Zitat leitet Karl Leo Noethlichs seine Untersuchung zur »Bestechung, und die Rolle des Geldes in der spartanischen Außen- und Innenpolitik vom 7.–2. Jh. v. Chr.« ein.1 In einem Bericht Herodots über den spartanischen Zug gegen Polykrates auf Samos im Jahre 524 v. Chr. sieht Noethlichs das vielleicht früheste Zeugnis einer Bestechungsaffäre, die mit Erfolg gegen Sparta eingesetzt worden wäre. Die Hintergründe sind folgende: Als Polykrates dem Perser Kambyses für die Eroberung Ägyptens Hilfe zugesagt hatte, entledigte sich der Tyrann seiner politischen Gegner, samischer Aristokraten, indem er sie auf seine Schiffe, die die Perser unterstützen sollten, abkommandierte. Diese Männer liefen indes zu den Lakedaimoniern über und zettelten einen Angriff auf Samos an. Es kam zu der von Herodot (3,54ff.) ausführlich geschilderten Belagerung der Stadt, bei der die Spartaner nach 40 Tagen unverrichteter Dinge wieder abzogen. Einem samischen Bericht zufolge sollen die Spartaner für ihren Abzug gefälschtes Geld in Form vergoldeter Bleimünzen erhalten haben, die Polykrates speziell zu diesem Zweck habe prägen lassen. Herodot hielt diese Überlieferung für einen mataioteros logos, für ein unglaubwürdiges Gerücht. logos, Dafür, dass Herodot für seine abfällige Behauptung keine Begründung bringt, liefert Noethlichs eine auf den ersten Blick durchaus plausible Erklärung: Zunächst habe Herodot den samischen Bestechungsbericht mit einer spartanischen BelagerungsÜberlieferung verknüpft, in der er die heroisch agierenden spartanischen Einzelkämpfer Archias und Lykopas besonders hervorhebt; ja er schreibt, dass er diesen
1 Historia 36/2, 1987, 129–170. Vgl. allgemein zur Bestechlichkeit in der Antike: K. L. Noethlichs, Bestechung/Bestechlichkeit. Von den frühen Hochkulturen bis zum Frühmittelalter, in: RAC Suppl.-Bd. 1, 2000, 1042–1088.
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Bericht unmittelbar von einem Enkel des Archias gehört habe (3,55); so passe bei der gegenseitigen Hochschätzung von Spartanern und Samiern, die Herodot bei dieser Gelegenheit hervorhebt, eine Bestechungsaffäre schlecht. Zur Erklärung einer möglichen Geldzahlung erwägt Noethlichs Folgendes: Da Herodot als Kriegsgründe für den Zug gegen Samos aus samischer Sicht die Unterstützung der tyrannenfeindlichen Partei auf Samos, aus spartanischer Sicht Rache wegen eines gestohlenen Mischkruges und eines kostbaren ägyptischen Panzers nenne, wäre es denkbar, dass beide Gründe eine Rolle gespielt hätten; so hätte angesichts der militärischen ‹Patt›-Situation eine als Schadensersatz deklarierte Zahlung den Spartanern einen halbwegs ehrenvollen Abzug ermöglicht. Nur bleibt – und dies ist mit dieser Interpretation nicht berücksichtigt worden – der Tatbestand der Münzverfälschung, worauf es schließlich bei der samischen Überlieferung ankommt, ungeklärt. Immerhin hatte Herodots Überlieferung dieser vermeintlich offiziellen Münzmanipulation bereits in einigen archäologischen und numismatischen Arbeiten verständliche Erwähnung gefunden. So veröffentlichte Ernest Babelon bereits zwei Bleimünzen,2 die er wegen der zwei langrechteckigen Incusa auf ihrer Rückseite als samische Statere ansprach: Seiner Meinung nach seien diese vergoldet gewesen. Später haben Edward Stanley Gotch Robinson,3 ferner John Penrose Barron4 für die Glaubwürdigkeit des vermeintlichen Gerüchts plädiert und Herodots Urteil als zu skeptisch abgetan, weil sich in den 50er Jahren bei den Grabungen Ernst Buschors im samischen Heraion eine Bleimünze gefunden habe, die als mit »trace infinitésimale d’ or« belegt publiziert worden war.5 Unterdessen sind bei den neuen Ausgrabungen im samischen Heraion weitere archaische Bleiprägungen bekannt geworden. Ich nehme diese zum Anlaß, das bis heute bekannte Material zu ordnen, in der Hoffnung, klärende Indizien in der Frage nach Polykrates’ Bestechungsaffäre zu finden. Zunächst sollen Exponenten einer archaischen Bleimünzserie (I) bekannt gemacht werden, deren Vorderseiten ein abstrakt geschnittenes Gebilde führen.6 Alle Stücke stammen aus dem samischen Heraion, zwei aus demselben Stempelpaar (Kat.-Nr. 1–2). Ihr gemeinsames Kennzeichen ist das lang-ovale Incusum mit Rastermusterung auf der Rückseite; das Gewicht der großen Stücke entspricht mit rund 16–17 g dem Stater, das des kleineren Exemplars (Kat.-Nr. 3) einer Trite des samisch-euböischen Münzfußes.
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Traité des Monnaies Grecques et Romaines, Bd. II, Paris 1907, 222 mit Nr. 394 und Nr. 395. Robinson (1958) 591–594. Barron (1966) 17f. Daux (1958) 655 B 2 Zu den abstrakten Avers-Bilder in der frühen samischen Elektronprägung siehe zuletzt Konuk (2005) 43–55, Taf. 1–2.
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Zu einer ursprünglich zweiten Bleimünzserie (II) muss ein bereits bekanntes Stück zugehörig sein:7 Als besonderes Kennzeichen sind zwei langrechteckige Incusa auf der Rückseite zu nennen, die innen geädert sind. Das Gewicht dieses Exemplars, dessen Vorderseite einen Adler mit ausgebreiteten Flügeln, eine Schlange mit dem Schnabel packend zeigt (Kat.-Nr. 4), entspricht einem Hemistater samisch-euböischen Münzfußes. Zu einer dritten Bleimünzserie (III) gehören drei Hemistatere des leichten ‹samischen› Münzfußes.8 Ihr Gewicht und die geperlte Innengliederung bzw. ihre flach gestalteten Innenflächen der Doppel-Incusa trennen sie von Serie II. Ihre Vorderseiten zeigen unterschiedliche Bildstempel: den im Knielauf rennenden Herakles (Kat.-Nr. 5), einen Panther mit zurückgewendetem Kopf (Kat.-Nr. 6) und einen liegenden Greifen (Kat.-Nr. 7), alles Themen, die im archaischen Ionien besondere Beliebtheit genossen. Schließlich müssen einige archaische Bleiprägungen genannt werden, die aus einem Münzhort aus dem Umfeld des Samos gegenüberliegenden Mykale-Vorgebirges stammen: Zu diesem Ensemble dürfte vermutlich ein kürzlich publiziertes Exemplar gehören (Kat.-Nr. 8).9 Die Typen der bisher unveröffentlichten Stücke sind kürzlich von Koray Konuk aufgelistet worden.10 Um den möglichen Prägeanlaß für diese archaischen Bleimünzserien zu bestimmen, müssen freilich die Indizien, die dazu beitrugen, einzelne Exemplare für Bestechungsprägungen des Polykrates zu halten, überprüft werden.11 1. Wie steht es um die angeblichen Goldplatierungsspuren auf dem von der ehemaligen Leiterin der numismatischen Sammlung Athens, Frau Waroucha, vorgelegten Exemplar?12 Nach Überprüfung unter dem Elektronenmikroskop trägt dieser Bleistater (Kat.-Nr. 2) nicht die geringsten Spuren von Goldplatierung, was ebenfalls für die übrigen Exemplare aus dem samischen Heraion gilt. Man kann also davon ausgehen, dass kein einziges Stück vergoldet war. 2. Geben uns die Rückseiten der Bleiprägungen einen Hinweis? Bei der samischen Elektronprägung kennzeichnet das Doppel-Incusum den Stater (Kat.-Nr. 12). Die Bleistücke von Serie II und III wiegen aber nur die Hälfte.13 Das Doppel-Incusum
7 8 9 10 Baldwin Brett (1955) 308, Taf. 111 mit Nr. 2311. H. A. Cahn, Knidos, Berlin 1970, 186ff. Ihl (2001) 15-19. Herrn Ihl sei für die Überlassung von Abbildungsmaterial sehr gedankt. K. Konuk, Asia Minor to the Ionian Revolt, in: W. H. Metcalf, Oxford Handbook of Greek and Roman Coinages, Oxford 2010 (im Druck): »The recent discovery of a hoard from the Mycale region which has revealed a number of new types (Chimaera, silen head, dog, lotus flowers) along with lead pieces bearing the emblem of Miletus (reclining lion with head reverted)«. Sehr ausführlich hat sich zuletzt Fischer-Bossert (2000/2001) 195–205 mit den Problemen, die Bleiprägungen, Probeabschläge und Bleimarken aufwerfen, auseinandergesetzt. Ferner hat er das bis 1999/2000 bekannte Material aufgelistet und zusammengefasst. Daux (1958) 655 B 2 Der samische Elektron-Halbstater trägt zwar auch zwei Incusa (hier Kat.-Nr. 13), wovon eines langrechteckig, das andere aber quadratisch ist: SNG Kayhan 628; Konuk (2005) Taf. 2 B.
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ist auch von silbernen Teilwerten bekannt, so von Prägungen karischer Städte oder der Dodekanes (z. B. Karpathos/Poseidion, Lindos, Kamiros u. a.), so daß in diesem Falle dem Doppel-Incusum als Stater-Gewichtsbezeichnung keine große Bedeutung zukommt – es sei denn, das Gewicht dieser Emission ist zufällig, etwa von der Gusspfannengröße abhängig – ohne Relation zum Stater-Gewicht eines bestimmten Münzfußes: Dann ließen sich allerdings die Doppel-Incusa unter Umständen als Wertsymbole interpretieren. 3. Könnten die genannten Bleiprägungen Kreditmünzen darstellen, vergleichbar etwa mit spätklassischen und hellenistischen Eisenemissionen von Argos (Kat.-Nr. 15), Tegea und anderen Städten14 oder mit jenen späthellenistischen Kredit-Bleimünzprägungen, wie sie u. a. von Alexander Jannaios, dem Nabatäer-König Aretas II., den Seleukiden Antiochos VII. und Demetrios III. bekannt sind?15 In diesem Falle wären sie bei weitem die frühesten Beispiele, lang bevor das Kreditmünzwesen im griechischen Raum eingeführt wurde. Bedenkt man ferner, dass diese Blei-Emissionen in eine Epoche gehören, in der sonst ausschließlich Wertmünzprägungen bekannt sind (Bronzemünzen sind noch unbekannt), ist ihre Bestimmung als reine Kreditmünz-Emissionen unwahrscheinlich! 4. Bliebe noch der Vergleich mit Blei-Symbola bzw. Wertmarken, die z. B. zum Empfang von Getreiderationen (Symbola sitonika) und zur Teilnahme an öffentlichen (Symbola sitonika) Speisungen berechtigten, ferner zur Entlohnung nach vollbrachter Amtsausübung (Symbola ekklesiastika, theorika, dikastika, bouleutika). Die bisher bekannten, bouleutika). typologisch klar gekennzeichneten Blei-Symbola gewinnen allerdings erst seit dem 4. Jh. v. Chr. allmählich an Verbreitung und unterscheiden sich sehr deutlich von zeitgenössischen Münzbildern. Zu dieser Kategorie können also die samischen Bleiprägungen nicht gezählt werden. Sicher ist jedenfalls die Feststellung, dass die hier aufgeführten samischen Bleiprägungen keine Gold- bzw. Elektronfälschungen sein können. Andererseits hat Wolfgang Fischer-Bossert sicher zu Recht hervorgehoben, dass »Herodots Überlieferung (…) durch diesen Vorbehalt nicht diskreditiert (ist), so skeptisch er selbst ihr gegenübertrat«.16 Daß eine Reihe von Bleiemissionen in archaischer Zeit herausgegeben wurden, kann heute als eine feststehende Tatsache gelten. Im Allgemeinen werden diese allerdings als ‹Notprägungen› bezeichnet, zumeist ohne auf die näheren Gründe ihrer Emission einzugehen.
14 Phokis (od. Phleius), Tegea, Argos, Heraia, Arkadien: M. Oeconomides, Iron Coins. A Numismatic Challenge, Rivista Italiana di numismatica e scienze affini 95, 1993, 75–78 und zuletzt Fischer-Bossert (2000/2001) 203 mit weiterer Literatur. Ferner Byzanz: E. S. G. Robinson, The Athenian Currency Decree and the Coinage of the Allies, Hesperia Suppl. 8, 1949, 324–340, bes. 333. E. Schönert-Geiss, Die Münzprägung von Byzantion, Berlin u. a. 1970, 3 mit Anm. 2 und 6. Zusammenfassend zu den Bleiprägungen Nordafrikas und des späthellenistischen und kaiserzeitlichen Orients Fischer-Bossert (2000/2001) 201ff. Fischer-Bossert (2000/2001) 199.
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In einer wenig beachteten Textstelle in den Oikonomika des Aristoteles ist von einer Eisenmünzemission der ionischen Stadt Klazomenai die Rede. Eisenmünzen sind in der Antike selten geprägt worden, meistens handelt es sich um Kreditmünz-Emissionen.17 Doch die Eisenmünzen von Klazomenai, von denen in den Oikonomika die Rede ist, haben eine andere Bedeutung, so Aristot. oec. 2,1,16b (= 1348): »(Als die Klazomenier) ihren Söldnern einen Lohn von 20 Talenten schuldeten, und nicht in der Lage waren, sie zu bezahlen, gaben sie den Anführern der Truppe 4 Talente jährlichen Zins. Dies erlaubte ihnen nicht, das geschuldete Kapital zu verringern, sondern sie verschuldeten sich sinnlos weiter. Um das zu beenden, ließen sie Eisenmünzen prägen (im gleichen Nennwert) wie die Silbermünzen, im Werte von 20 Talenten. Diese verteilten sie unter den reichsten Bürgern im Verhältnis zu ihrem Vermögen und erhielten die entsprechende Summe in Silber. So hatten diese Geld für ihre täglichen Bedürfnisse und die Stadt war ohne Schulden. Dann verteilten sie unter jenen, (die Eisenmünzen besaßen) nach und nach das (Silber-)Geld zurück zuzüglich Zins, indem sie die Eisenmünzen wieder einzogen«.18 Vom finanzpolitischen Aspekt aus betrachtet fällt Folgendes auf: Zunächst hilft sich die Stadt Klazomenai aus ihrer schwierigen finanziellen Situation damit, dass sie ihre vermögenden Bürger dazu verpflichtet, staatliche Schuldverschreibungen in Form von Eisenmünzen zu übernehmen. Nennen wir sie hier einmal ‹Obligationsprägungen›. Es handelt sich freilich nicht um schriftlich festgelegte bzw. terminierte Obligationen, was ja mit der Herausgabe von Eisenmünzen umgangen wird. Dennoch ist – in Anbetracht des militärischen Drucks auf die Stadt zum Zeitpunkt der ‹Obligationsemissionen› (die deswegen angenommen werden muss, weil sonst gerade die wohlhabenden Bürger der Stadt die Eisenprägung nicht akzeptiert hätten) – davon auszugehen, dass die Eisenmünzen einen höheren Kurswert erlangen konnten als ihren von der Stadt bestimmten Nennwert. Hierbei ist festzuhalten, dass diese Eisenstücke quasi als frei handelbare, festverzinsliche ‹Münzen› fungierten, die – wie der Text ausdrücklich vermerkt – nur allmählich eingelöst werden konnten; ein in Aussicht gestelltes Zeitlimit dürfte allerdings festgehalten worden sein. Als Zeitpunkt für dieses Ereignis bietet sich nur eine politisch mehr oder minder stabile Epoche an, am ehesten die Zeit vor 387 v. Chr., als die Stadt noch nicht unter persischer Oberhoheit stand. Eisenemissionen können also entweder Kreditmünz- oder – wie im dargelegten Fall – ‹Obligationsprägungen› repräsentieren; und, was für Eisen gilt, kann ebenso für Blei gelten. Da nun bleierne Kreditmünzprägungen in der uns interessierenden Epoche
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Siehe oben Anm. 14. Siehe B. A. van Groningen, Aristote, le second livre de l’ économique. Commentaire critique et explicatif, Leiden 1933, 115ff.
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des 6. Jh. v. Chr. praktisch inexistent sind, bleibt die Frage nach den sog. Schuldverschreibungs- bzw. ‹Obligationsprägungen›. Überblickt man das auf uns gekommene Münzmaterial des 6./5. Jhs. v. Chr., so fallen Bleistücke auf, deren Stempel sich in Typ und Stil an diejenigen der Silber-Regelprägungen halten, was sich am abgebildeten lykischen Exemplar (Kat.-Nr. 14), oder einem Bleistater aus Lindos (Kat.-Nr. 11) exemplifizieren läßt.19 Oft werden solche Bleistücke als »proof-impressions« interpretiert. Doch kommen m. E. Zweifel auf, da uns vergleichbare Funde in den wenigen uns bekannten Prägewerkstätten fehlen. Haben wir es nicht eher mit ‹Obligationsprägungen› zu tun? »Die Idee, im Notfall auf Blei als Münzmetall zurückzugreifen, dürfte denn auch im ägäischen Raum entstanden sein«, meint Fischer-Bossert und verweist hierbei auf einen vor wenigen Jahren bekannt gewordenen böotischen Hortfund von 52 Bleimünzen im Typus thebanischer Statere und larisäischen Drachmen aus dem 4. Jh. v. Chr.,20 die er als Notprägung in der Art der zur Besoldung der Truppen bestimmten Bronzeemission des Timotheos interpretiert.21 Hierbei muss allerdings festgestellt werden, dass diese für ‹Notprägungen› gehaltenen Emissionen durchaus Kreditmünz-Charakter besaßen, ohne unbedingt als ‹Obligationsprägungen› zu fungieren. Man wird davon ausgehen können, dass frühe Bleiprägungen, die aus Hortfunden stammen, oder solche, die in größerer Anzahl und in typologischer Uniformität auftreten, ja sogar Stempelgleichheit zeigen, wie die samischen Exemplare aus dem Heraion, nur zu besonderen Anlässen emittiert wurden, die stets mit extremer Finanzknappheit und Edelmetallmangel verbunden waren. Auch in der ersten Hälfte des 5. Jhs. v. Chr. konnten gelegentlich Engpässe in der Edelmetallversorgung persischer Münzstätten eintreten. Dies legen seit langem bekannte Bleiprägungen nahe, für die man bisher keine sinnvolle Erklärung fand: Diese Bleimünzen (Kat.-Nr. 9–10) entsprechen im Gewicht und Typ persischen Sikloi mit einem Durchschnittsgewicht von rund 5,5 g. Von Bedeutung ist hierbei die Tatsache, dass persische Sikloi als Söldnergeld par excellence gelten. Es lag nahe, Bleiprägungen vorübergehend herauszugeben, als es einerseits darum ging, Söldner für ihre Dienste zu entlohnen, andererseits Engpässe bei der Edelmetallversorgung zu überwinden. Blei ist ein sehr weiches Material, das für eine intensive Zirkulation ungeeignet ist. Daher wird man diese Prägungen bis zu ihrer Einlösung möglichst gehortet haben. Auch in diesem Falle ist es nicht ausgeschlossen, dass es sich um ‹Obligationsprägungen› handelt.
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Fischer-Bossert (2000/2001) 196f. und 204 hat die bekannten Bleiprägungen, von denen oft nur ein Exemplar erhalten ist, zusammengetragen. Hinzuzufügen ist jetzt noch eine ‹Blei-Hekte› aus Kyzikos: A. Burkhardt & H.-J. Liewald, Ein antiker Probeabschlag aus Blei einer Hekte aus Kyzikos, Schweizer Münzblätter 51, 2001, 3-5 mit Abb. P. N. Protonotarios, » ΘΗΣΑΥΡΟΣ« ΜΟΛΥΒΔΙΝΩΝ ΝΟΜΙΣΜΑΤΟΣΧΗΜΩΝ ΔΙΣΚΑ− ΡΙΩΝ. ΕΥΡΗΜΑ ΒΟΙΩΤΙΑΣ, in: XAPAKTHP. Aφιέρωμα στη Mάντω Oικονομίδου,Tαμείο Aρχαιολογικών Πόρων (Τ.Α.Π.), Athen 1996, 251–260, Abb. 1-5. Fischer-Bossert (2000/2001) 203.
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Offenbar ist diese Finanzierungsmethode nicht nur im 5., sondern bereits im 6. Jh. v. Chr. angewandt worden: Es liegt nämlich nahe, auch im Falle der archaischen Bleimünzen von Samos an ein entsprechendes Verfahren zu denken. Die Datierung der Serie I (Kat.-Nr. 1–3) ist freilich ungewiss: Die Münzbilder eignen sich nicht zur stilchronologischen Analyse. Ein Ansatz gegen Ende des 7. oder in der ersten Hälfte des 6. Jhs. ist wegen der ikonographischen Verwandtschaft mit den frühen samischen Elektron-Prägungen (Kat.-Nr. 12–13) möglich. Wesentlicher ist die Feststellung, dass uns vielleicht das Schuldverschreibungsverfahren zum ersten Mal auf Samos begegnet; über den Anlass sind wir freilich nicht informiert, zumal wir über die politischen Verhältnisse und Ereignisse auf der Insel vor der Machtübernahme durch Polykrates denkbar schlecht unterrichtet sind. Die Seltenheit solcher Funde liegt schließlich auch darin begründet, dass sie – wie im Falle vom Klazomenai – aus dem Verkehr gezogen und im günstigsten Fall gegen Wertprägungen eingetauscht wurden. Vielleicht gehört das Exemplar Kat.-Nr. 4, das ich als zu Serie II gehörig eingeordnet habe, in die Zeit des Umsturzes, als für Polykrates größere Ausgaben bevorstanden, die er vorübergehend über Anleihen bei Parteigängern zu finanzieren suchte. Schließlich kommt auch die dritte Serie für ein derartiges Ereignis in Frage (Kat.-Nr. 5–7). Vom stilistischen Standpunkt lässt sich für Serie II und III ohnehin nur sagen, dass sie sowohl um die Mitte als auch im 3. Viertel des 6. Jhs. entstanden sein könnten: Die Oberfläche der Stücke ist zu rau und verletzt, als dass die Bilder stilistisch genauer einzuordnen wären. Für eine staatliche ‹Obligationsprägung› liefern allerdings die politischen Ereignisse der Jahre 525/24 die Grundlage wie von selbst: Die samische Anekdote, nach der Polykrates vergoldete Bleimünzen habe prägen lassen, um die Spartaner und das Heer der exilierten Samier zum Abzug zu bewegen, hat Herodot mit praktischem Menschenverstand zu Recht bezweifelt, denn wie soll Polykrates die auf alle Finten des Tyrannen eingestellten samischen Exilierten so leicht übers Ohr gehauen haben? Dennoch dürfte diese Erzählung auf Vorkommnisse zurückgehen, in denen Bleiprägungen eine Rolle spielten: Eine ‹Obligationsprägung› des Polykrates, die ich als wahrscheinlichste Form der Finanzmanipulation dieser Zeit vermute, dürfte die notwendige Folge seines für diese Jahre überlieferten finanziellen Zusammenbruchs darstellen. Entweder fand sie statt, um die Belagerung abbrechen zu lassen, wobei die Spartaner auf Kosten des Vermögens samischer Bürger für ihren Abzug bezahlt wurden, oder – so wie im Fallbeispiel Klazomenai – um Polykrates’ stehende Söldnertruppen zu entlohnen, kurz bevor er auf das gewinnversprechende, wenn auch umso gefährlichere Angebot des persischen Satrapen Oroites, der ihm die Hälfte seines Vermögens versprach, einging. Dies sollte auch sein Ende sein: In Magnesia gefangen genommen, hingerichtet und schließlich gepfählt, fand er ein schmachvolles Ende.22
22 B. Jacobs, Grausame Hinrichtungen – friedliche Bilder. Zum Verhältnis der politischen Realität zu den Darstellungsszenarien der achämenidischen Kunst, in: M. Zimmermann (Hg.), Extreme Formen der Gewalt in Bild und Text des Altertums, München 2009, 140.
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Andreas E. Furtwängler
Man ist geneigt, dieses Szenario folgendermaßen zu ergänzen: Auf Samos entledigten sich zur selben Zeit die verärgerten Bürger ihrer wertlos gewordenen Obligationen in Form bleierner Schuldverschreibungen. Vielleicht liegt es auch daran, dass von der letzten Serie bisher die meisten Exemplare erhalten sind.
Bibliographie
Baldwin Brett, A. 1955. Catalogue of Greek Coins. Museum of Fine Arts, Boston. Barron, J. P. 1966. The Silver Coins of Samos, London. Daux, G. 1958. Chronique des fouilles en 1957, Thessalie, BCH 82, 644–830. Fischer-Bossert, W. 2000/2001. Zwei sizilische Bleimünzen in Münster, Boreas 23/24, 195–205. Hill, G. F. 1922. Catalogue of the Greek Coins of Arabia, Mesopotamia and Persia, BMC/Gr 28, London. Ihl, H. 2001. Eine neue Bleimünze des Polykrates. Falschgeld oder Notgeld, in: P. Berghaus (Hg.), Westfalia Numismatica. Festschrift zur Feier des 50-jährigen Bestehens der Münzfreunde Münster, Schriftenreihe der Münzfreunde Minden 17, Münster, 15-19. Konuk, K. 2005. The Electrum Coinage of Samos in the Light of a Recent Hoard, in: E. Schwertheim & E. Winter (Hgg.), Neue Forschungen zu Ionien. Fahri Işık zum 60. Geburtstag gewidmet, Asia Minor Studien 54, Bonn, 43–55. Kraay, C. M. 1976. Archaic and Classical Greek Coins, London. Robinson, E. S. G. 1958. Some Electrum and Gold Greek Coins, in: H. Ingholt (Hg.), Centennial Publication of the American Numismatic Society, New York, 585–594.
Abbildungen
Samos – Blei-Serie I 1. Samos, Heraion, RB 77, Nordtemenos (spätarchaischer Mischbefund), 13,5 g Vs: linear-abstraktes Motiv Rs: Incusum mit Rastermusterung Exemplar weist erhebliche Verletzungen auf 2. Athen, Münzkabinett, aus der Heraion-Grabung, 16,06 g Stempelgleich mit Nr. 1 Daux (1958) 655 B 2
Herodot 3,56: Polykrates als Falschmünzer? 3. Samos, Heraion, NB 76, Nordbau (Schüttfüllung), 4,92 g Vs: linear-abstraktes Motiv, oktopus-ähnlich Rs: Incusum mit Rastermusterung
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Samos – Blei-Serie II 4. Boston, 8,37 g Vs: Adler mit ausgebreiteten Flügeln nach rechts eine Schlange mit dem Schnabel packend Rs: zwei nicht sehr regelmäßig geschnittene, längliche Rechteckincusa mit Innenäderung Baldwin Brett (1955) 308, Taf. 111 mit Nr. 12; Robinson (1958) Taf. 39 mit Nr. 12 Samos – Blei-Serie III 5. Paris, BN 131a, 6,49 g Vs: Mann mit langem Nackenhaar (wohl Herakles mit Löwenskalp) nach links im Knielaufschema rennend. Er hält in der Rechten eine Keule (?) Rs: zwei scharf geschnittene langrechteckige Incusa Robinson (1958) Taf. 39 mit Nr. 10; Kraay (1976) Taf. 3 mit Nr. 68 10; 6. Paris, BN 131, 6,56 g Vs: Panther nach rechts mit zurückgewendetem Kopf; Volute im Feld Rs: zwei rechteckige Incusa, scharf geschnitten, innen geperlt Robinson (1958) Taf. 39 Nr. 11; Barron (1966) Taf. 30, 11; Kraay (1976) Taf. 3 mit Nr. 69 11; 7. Wien, KM, 6,32 g Vs: liegender Greif nach rechts mit erhobener Vorderpfote und aufgerolltem Schwanz Rs: zwei scharf geschnittene langrechteckige Incusa Robinson (1958) 594: »Postscript« mit falscher Beschreibung »Postscript« Samos (?) 8. Privatsammlung, 4,99 g Vs: 4-faches Volutenmuster Rs: Doppelvertiefung aus einem langrechteckigen und einem dreieckigen Incusum bestehend Ihl (2001) 19 mit Abb. 3
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Andreas E. Furtwängler
Achämeniden – Blei-Sikloi 9. London, BM, 6,84 g Vs: Großkönig mit Lanze und Bogen nach rechts laufend (Carradice Typus IIIb) Rs: Doppelincusum (?) Hill (1922) p. cxxvi, 162, Taf. 26,7 mit Nr. 107 10. London, BM 5,34 g Vs: Großkönig mit Lanze und Bogen nach rechts laufend (Carradice Typus IIIb) Rs: vertieftes, aufgerautes Feld Hill (1922) p. cxxvi, 162, Taf. 26,8 mit Nr. 108 (= RN 1862, Taf. 15,4) Lindos 11. München, H. Lanz. Auktion 66, 1993, Nr. 277; Blei-Stater, 13,51 g Vs: Löwenkopf nach rechts mit aufgerissener Schnauze Rs: Doppelincusum mit aufgerautem Feld Samos – frühe Elektronprägungen 12. Privatsammlung, Stater Vs: abstraktes Motiv Rs: Doppelincusum Leu Numismatics Ltd., Zürich 77, May 2000, 310; Konuk (2005) Taf. 2 A 13. Privatsammlung, Hemistater 8,64 g Vs: abstraktes Motiv Rs: Doppelincusum Konuk (2005) Taf. 2 B (SNG Kayhan 628) Lykien – Bleiprägung 14. London, BM, 14,51 g Vs: Eberprotome nach links Rs: Löwenkopf in quadratischem Incusum BMCGr Lycia, p. 283 mit Nr. 16 und Taf. 43,1; Rs. ist stempelgleich mit N. Vismara, Monetazione arcaica della Lycia II. La collezione Winsemann Falghera 78, 1989, Taf. 5 mit Nr. 39; vgl. auch Fischer-Bossert (2000/2001) 204 Argos – Eisenmünze 15. Nemea, Museum, C 3005 Vs: Hundekopf nach rechts mit aufgerissenem Maul Rs: Großbuchstabe A in leicht vertieftem Feld S. G. Miller, Excavations at Nemea 1983, Hesperia 53, 1984, Taf. 39 e: C 3005
Herodot 3,56: Polykrates als Falschmünzer?
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Taf. 1: Bleiprägungen. Kat.-Nr. 1–10.
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Andreas E. Furtwängler
Taf. 2: Bleiprägungen. Kat.-Nr. 11–15.